Magazin

Der haptische Kick des Manufactumkatalogs

Richard Wagner hat Seide und Samt durch seine Hände gleiten lassen, weil er den haptischen Kick brauchte, um Musik zu komponieren, die einen umhaut. Als Komponist und Songwriter suche ich genau das! Ich ziehe also den schweren Samtvorhang der Jugendstilsuite im Hotel Art Nouveau durch meine Handfläche und schließe die Augen. Noch will sich kein…

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Heimweh und der Zauber der Achterbahn

Ein Grund fürs Leben im Hotel Art Nouveau: die glückliche Ruhe in Gegenwart von Menschen, die gerade etwas schönes erleben. Am Frühstückstisch neben mir sitzen vier erwachsene Frauen aus Süddeutschland, die mit einer magnetischen Hingabe Kaffee trinken und sich so gepflegt und leise über ihre Berlinpläne austauschen, dass ich sie zwar hören, aber nicht verstehen…

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Vokuhila, Dorian Gray und die Parteien

In Charlottenburg musst du top aussehen. Im Bezirk, nach dem Hilde Knef Heimweh hatte, ist Glamour Pflicht. In Mitte kannst du unrasiert im Anorak mit einer Flasche Sternburg Pilsener in der Volksbühne rumlümmeln. In Turnschuhen, sogar mit Mitte Fünfzig. In die Deutsche Oper lassen sie dich so nicht rein, in Charlottenburg trägst du glänzende Lackschuhe…

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ACT LIKE A STUMMFILMDIVA

Als Dauergast im Hotel Art Nouveau gehen die unguten Selbstverständlichkeiten des gewöhnlichen Wohnens an mir vorbei: so muss ich zum Glück nicht mit der Telekom telefonieren. Einer bemitleidenswerten Freundin entgleisten die eleganten Züge, als ich sie beim Versuch begleitete, durch das würdelose Automatengewäsch in der sogenannten Hotline zu einem echten Menschen durchzudringen, der ihr das…

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Panik im Pyjama

„Die Gleichgültigkeit wächst an mir hoch wie Efeu. Das ist auch gut so, denn nur gewöhnliche Leute ärgern sich.“ Diesen glänzenden Satz aus einem Interview mit Karl Lagerfeld hat der Journalist Sven Michaelsen hervorprovoziert. Das Fieseste und Berührendste aus Gesprächen mit Menschen, die in der „Gala“ zuhause sind und im Feuilleton leben, steht in seinem…

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Liebesbriefe wagen!

Darf ich meine Bestlaune hinausposaunen? Heute hab ich die Taschen voller Glück. Der Kaffee schmeckt wie das pralle Leben und die Sonne knallt auf die weiße Tischdecke im Frühstücksraum des Hotel Art Nouveau. Gestern war die Fernsehaufzeichnung der Talkshow „Thadeusz und die Künstler“. Schon früh als Jugendlicher phantasierte ich, eine TV-Show musikalisch auszustatten. Die großen…

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Klima und Campari

Der Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts ist tot. Chefgockel Mick und Survivalexperte Keith konnten mich mit ihrem Rüpelsound nie vereinnahmen, denn ich empfinde symphonisch und trage gern Anzüge. Charlie Watts aber hat mich schon immer fasziniert. Ein Mann mit Haltung, ein Jazzer unter Wilden. Ich bin traurig. Das Treppenhaus im Hotel Art Nouveau riecht nach Geschichte: die…

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FREMDGEHEN IM JAZZCLUB

Klingt Jazz für dich wie eine unnötige Fremdsprache, wie zum Beispiel Latein, nur mit außerirdischem Akzent? Wenn das Publikum bei einem Jazzkonzert nach einem Solo applaudiert, fragst du dich, was der Quatsch soll? Wird deine musikalische Geschmackswelt von U2, André Rieu oder Andrea Berg beherrscht, gilt für dich womöglich: Jazz = Strafe. Die Eingeweihten hören…

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WHISKY IM WALDORF⸗ASTORIA

Wenn ich eine Weile keinen Alkohol trinke, sehe ich richtig gut aus. Das erscheint mir erstrebenswert. Zwar liebe ich den Rausch, aber ich möchte nicht aussehen wie ein aufgedunsener Playboy Spätlese und dabei noch nicht mal Millionär sein. Es ist also die reine Eitelkeit, die mich vor dem Sumpf der Sucht bewahrt, nicht etwa die…

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ERSTER KLASSE DURCH CHARLOTTENBURG

Mein Unterbewusstsein ist ein Snob. Es hat kein Interesse an der Gesellschaft auf dem Bahnsteig des Berliner Hauptbahnhofs. An der wuselnden Menschenmenge, die sich um die ächzend öffnende ICE-Tür drängt. Ich würde der nervösen Schar gern mit philanthropischer Güte begegnen, aber mein Unterbewusstsein ist der Meinung, dass die Bahncard erster Klasse auch nach dem Aussteigen noch…

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